Um eine gute Führungskraft zu sein, braucht es nur diesen einen Satz.

Lernen von den alten Meistern... heute: Führen wie Wallenstein

Um Deine Mitarbeiter motivierend zu führen und eine gute Führungskraft zu sein, musst Du Dich nur nach einem Satz richten. Und zwar nach dem, den Oberst Max Piccolomini zu Freiherr von Questenberg, dem Kaiserlichen Gesandten, über seinen Feldherrn Wallenstein im gleichnamigen Drama von Friedrich Schiller sagt: »Und eine Lust ist’s wie er alles weckt und stärkt und neu belebt um sich herum, wie jede Kraft sich ausspricht, jede Gabe gleich deutlicher sich wird in seiner Nähe! Jedwedem zieht er seine Kraft hervor, die eigentümliche, und zieht sie groß, lässt jeden ganz das bleiben, was er ist, er wacht nur drüber, dass er’s immer sei am rechten Ort; so weiß er aller Menschen Vermögen zu dem seinigen zu machen.«

Aber was hat das mit mir und guter Führung zu tun?
In meiner ersten Führungsposition haben wir für unsere Kunden Vorträge über Arbeitsorganisation und Führungsthemen mit Professor Dr. Peter Nieschmidt organisiert. Tolle Vorträge, nach denen es stehende Ovationen der Zuhörer gab. Zum Schluss zitierte Professor Dr. Nieschmidt immer Max Piccolominis Aussage aus Schillers Wallenstein, die mich seit dieser Zeit begleitet. Aus meiner Sicht enthält sie alles, was gute Führung ausmacht.

Hier meine Interpretation – übertragen in die heutige Zeit
„Und eine Lust ist’s wie er alles weckt und stärkt und neu belebt um sich herum…“
Es macht Spaß zu sehen wie er führt. Er entdeckt und fördert ungeahnte Talente. „…und neu belebt um sich herum…“ finde ich dabei für die heutige Arbeitswelt am spannendsten. Denn viele Leute sind frustriert in ihrem Job, weil sie schlechte Erfahrungen mit ihren Chefs machen, sich nicht entfalten können oder übergangen werden. Sie resignieren, hören auf sich zu engagieren und machen Dienst nach Vorschrift. Gerade diesen Mitarbeitern wieder Mut zu machen, sie motivieren und das fast schon erloschene Feuer wieder zu entfachen - das ist Führungsstärke. Der Satz steht auch für ein zutiefst optimistisches Menschenbild – nämlich, dass Menschen von Natur zu etwas beitragen, etwas bewegen wollen.

„…wie jede Kraft sich ausspricht, jede Gabe gleich deutlicher sich wird in seiner Nähe!...“
Die Leute entwickeln sich, kommen aus sich heraus. Die Stärken und Fähigkeiten jedes Einzelnen werden sichtbar. So etwas funktioniert nur in einem Klima ohne Angst. Gute Führungskräfte unterstützen Ihre Mitarbeiter, statt sie „klein zu halten“. Seine Mitarbeiter vertrauen ihm und erledigen ihre Aufgaben ohne Sorge, beim kleinsten Missgeschick bestraft zu werden. Heute sprechen wir von Fehlerkultur. Deine Mitarbeiter sollten also keine Angst vor Fehlern haben. Dann werden sie mutiger und trauen sich etwas zu. Ohne Vertrauen in die Mitarbeiter kann man Aufgaben nicht erfolgreich delegieren. Und falls mal etwas schief geht muss man das als Führungskraft aushalten können.

„…Jedwedem zieht er seine Kraft hervor, die eigentümliche, und zieht sie groß,…“
Ganz wichtig; vor allem in Zeiten in denen jeder von Inklusion spricht: JEDEM - nicht nur den Leuten die man mag, deren Ansichten man teilt, denen man besonders viel zutraut oder die Leistungsträger sind. Das bedeutet unvoreingenommen zu sein. Hinschauen wo die eigentlichen Stärken eines jeden sind und diese zu fördern.  Das heißt auch, dass man viel verlangen darf und anspruchsvolle Ziele setzen kann. Man ist als Führungskraft aber auch dafür verantwortlich, dass das Maß stimmt und Unterstützung da ist, wenn es darauf ankommt. „Groß ziehen“ passiert nicht von alleine…

„…lässt jeden ganz das bleiben, was er ist, er wacht nur drüber, dass er’s immer sei am rechten Ort;…“
Eine gute Führungspersönlichkeit konzentriert sich nicht darauf, Leute zu ändern. Sie sieht welche Talente jemand hat, arbeitet mit dem was sie vorfindet und macht das Beste daraus. Bildlich gesprochen versucht ein guter Chef niemals, aus einem Buchhalter einen Verkäufer zu machen. Er macht Stärken stärker und egalisiert damit kleine Schwächen in anderen Bereichen. Er lässt jeden so sein wie er ist, achtet aber darauf, dass die Menschen am richtigen Platz eingesetzt werden. Dort wo ihre Talente und Stärken gebraucht werden – wo Potential für sie ist. Nur dort können Mitarbeiter Freude bei der Arbeit haben und zu ihrer Höchstleistung auflaufen.

„…so weiß er aller Menschen Vermögen zu dem seinigen zu machen.“
Ein wichtiges Führungsprinzip ist: Die Erfolge Deiner Mitarbeiter sind Deine eigenen.

Viele Führungskräfte sind unsicher und haben Angst vor zu guten Mitarbeitern. Sie fürchten um Ihren Posten und wollen in allem die besten sein. Aus meiner Sicht einer der gravierendsten Fehler auf Führungsebene.

Als Chef musst Du nicht alles Fachliche am besten können. Aber Du musst dafür sorgen, dass alle erforderlichen Fähigkeiten für den Erfolg des Unternehmens durch Deine Mitarbeiter abgedeckt werden. Also musst Du der bestmögliche Navigator, Entscheider, Koordinator, Talent-Scout, Motivator, Trainer, Zuhörer und vieles mehr sein! Ich finde, genau das macht eine gute Führungskraft aus.

Wie siehst Du das? Wer inspiriert Dich als Führungskraft?
Ich freue mich auf einen inspirierenden Austausch mit Euch.

Ihr Ansprechpartner

Andreas Maurer

Zeel GmbH
Rundfunkplatz 2
80335 München
t +49. 89. 1890467 10

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